Johanneskraut & Passionsblume. Wenn es dunkel wird. Heilpflanzenporträt
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Produktinformationen "Johanneskraut & Passionsblume. Wenn es dunkel wird. Heilpflanzenporträt"
Herbstzeit, beginnender Winter, zunehmende Dunkelheit - auch im Gemüt vieler Menschen. Doch können Depressivität, Ängste und Schlafprobleme auch unter anderen Umständen auftreten, beispielsweise wenn uns besondere seelische Belastungen zermürben. Welche Arzneipflanzen fördern die innere Wiederaufhellung?
In diesem Doppelporträt stellt die Pflanzenheilkunde-Spezialistin Cornelia Titzmann zwei Heilpflanzen vor, die sich bei solchen Beschwerden hervorragend ergänzen und direkt kombiniert werden können: Johanniskraut (Hypericum perforatum) und Passionsblume (Passiflora incarnata). Beide weisen einen klaren Bezug zum Nervensystem und zu seelischen Belastungssituationen auf, wobei sie jeweils eigene Schwerpunkte setzen.
Das Johanniskraut ist vor allem für seine antidepressive Wirkung bekannt, geht jedoch weit darüber hinaus. Cornelia Titzmann betont antivirale Effekte, die erst in jüngerer Zeit erforscht wurden (Studie zu Hepatitis C, eigene Erfahrungen bei akuten Covid-Erkrankungen). Wie in jedem monographischen Porträt erörtert die Dozentin zunächst die botanische Einordnung, Charakteristik und Inhaltsstoffe (roter Farbstoff Hypericin, Herstellung von Rotöl) und stellt dann die verschiedenen Anwendungsgebiete vor: Dazu gehört auch die Wundheilung, insbesondere bei Brandwunden und Nervenverletzungen (häufig mit Parästhesien). Neurodermitis kann ebenfalls ein Anwendungsbereich sein.
Ein weiterer wichtiger Bereich sind Neuralgien - etwa Ischias-, Trigeminus- oder Intercostalneuralgien - sowie Beschwerden nach Operationen. Bei ihren Ausführungen spart die Dozentin auch mögliche Kehrseiten (Lichtempfindlichkeit) und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nicht aus und begründet, warum Johanniskraut - entgegen verbreiteter Ansicht - nur selten als Schlafmittel geeignet ist.
Die Passionsblume steht für einen anderen nervlichen Aspekt. Schon ihr Name verweist auf Passion, auf Erleiden und Ertragen. Christliche Missionare sahen in der auffälligen Blüte Symbole der Leidensgeschichte Christi: Dornenkrone und Nägel. Titzmann verbindet diese kulturgeschichtliche Spur mit der botanischen Herkunft der Pflanze, ihrer traditionellen Verwendung als Nervenmittel und ihren Inhaltsstoffen.
Passiflora passt besonders bei großem subjektiven Leidendruck. Dabei spielt es keine Rolle, wie groß (oder klein) das Leid "objektiv" erscheint. Maßgeblich ist allein, wie Betroffene selbst es empfinden. Oft beschreiben sie sich als "zermürbt" von körperlichem Leid, von Kummer und Trauer durch Verlust. Begleitet wird dieser Zustand von Ängsten, gar Phobien, Unruhe, Nervosität (nervöser Magen) und Schlafschwierigkeiten. Zwar kann Passiflora das Leid nicht wegnehmen, aber dabei helfen, es zu tragen und zu akzeptieren. Als Fallbeispiel berichtet die Dozentin von einer Patientin mit einseitigem Hörverlust, die unter alten, ungelösten Belastungen und Konflikten litt.
Burnout und nervliche Überforderung sind weitere Themen, denen Cornelia Titzmann in ihrer Praxis immer öfter begegnet. Reizüberflutung und die Unfähigkeit zum Abschalten (echte Auszeiten nehmen) sieht sie als Hauptgründe, insbesondere in Großstädten. Studien bestätigen den positiven Effekt von Passiflora auf neuronale GABA-Rezeptoren (Angstlösung, vermindertes Stressempfinden).
Wie ergänzen sich beide Pflanzen? Während Johanniskraut neben der seelischen Ebene besonders mit Nervenverletzungen, Neuralgien und Wundheilung verbunden ist, richtet Passiflora den Blick auf das Erleben von Leid und die Fähigkeit, Belastendes auszuhalten. Titzmann empfiehlt die Kombination beider Pflanzen insbesondere bei winterlicher Verschlimmerung (Winterdepression) - eine Zeit, in der ungelöste Themen und seelische Belastungen für viele Menschen spürbarer werden.
Einmal mehr verbindet das Doppelporträt botanisches Wissen, Inhaltsstoffe, traditionelle Anwendungen mit langjähriger therapeutischer Erfahrung. Es zeigt zwei Pflanzen mit eigenständigen Profilen und führt sie dort zusammen, wo sich ihre Möglichkeiten ergänzen: wenn nicht nur die Kraft fehlt, sondern auch die Ruhe; wenn Ängste und Erschöpfung den Alltag verdunkeln und ein Weg gesucht wird, mit dem eigenen Leiden besser umzugehen.
Mit dem Monographie-Handout als (PDF)
Über die Reihe "Heilpflanzenporträts"
In den Vorträgen ihrer Fachfortbildungsreihe widmet sich die bekannte Berliner Phytotherapeutin und -lehrerin Cornelia Titzmann jeweils einzelnen Heilpflanzen, die sie als umfassende Darstellungen (Monographien) ihrer pharmakologischen Wirkung und heilkundlichen Anwendung, ihrer botanischen Einordnung und speziellen pflanzlichen Merkmale, ihrer Signatur, Geschichte und Mythologie sowie ihrer essenziellen Kernthemen porträtiert.
Dabei kommen sämtliche Aspekte zur Sprache, die eine Pflanze zur einzigartigen Arznei machen, auch im differenziellen Vergleich und in der Kombination mit anderen Pflanzendrogen. Cornelia Titzmann möchte mit ihrer Reihe nicht nur bekannte, sondern auch weniger bekannte Arzneipflanzen vorstellen, die sich in ihrer Praxis schon oft als spezielle Helfer bewährt haben. Diese Pflanzen verdienen mehr Aufmerksamkeit und sollen daher ein bekannteres Gesicht und größeres Gewicht erhalten!
Über die gängigen Nutzungen hinaus können Phytotherapeutinnen und Pflanzenliebhaber so das gesamte Anwendungsspektrum einer Heilpflanze kennenlernen. Homöopath*innen bieten die Vorträge zudem eine Möglichkeit, Arzneipflanzen in ihrer Wirkweise noch besser und tiefer zu verstehen, auch in der Gegenüberstellung von phytotherapeutischer und homöopathischer Wirkung.
| Sprache: | Deutsch |
|---|---|
| Vortragstyp / Eignung: | Kurzdarstellung (Einführung), Umfassende Darstellung (Vertiefung) |
| Autor/Referent*in: | Titzmann, Cornelia |
| Schwierigkeitsgrad (Kenntnisniveau): | 1 Einsteiger/Ausbildungsanfänger, 2 Homöopathie-Student (in Ausbildung), 3 Praxisanfänger, 4 Fortgeschrittener, 5 Meister/Experte |
1. Einleitung zum Herbst als besonderer Jahreszeit / Griechenland und die neuen Wälder (00:00)
2. Wenn es dunkel wird - Synergie von Hypericum perf. und Passiflora / Hypericum perforatum / Pflanzenfamilie / Hartheu (03:14)
3. Rotöl (Farbstoff Hypericin) / Antivirale Wirkung / Studienergebnisse / Einschleichen und Ausschleichen (09:26)
4. Studien zur antidepressiven Wirkung / Fertigpräparate / Erfahrungen mit der Anwendung bei akuter Covid-Erkrankung / Weitere antivirale Möglichkeiten (16:07)
5. Wundheilung bei Brandwunden und Nervenverletzungen / Neuralgien (Ischias, Trigeminus, Intercostalneuralgie) / Postoperative Anwendung / Neurodermitis (25:15)
6. Hypericum ist kein Schlafmittel / Kontraindikation bei Pferden (36:49)
7. Passiflora incarnata / Passion heißt Leiden - hoher subjektiver Leidendruck / Das Empfinden des Patienten / Inkarnierung / Vorkommen und Verbreitung / Symbolisch: Dornenkrone und Kreuznägel / Essbare Früchte: Maracuja (42:06)
8. Inhaltsstoffe von Passiflora / GABA-Wirkung / Zeitkrankheit Burnout und schnelle Überforderung durch Reizüberflutung / Auszeit nehmen (Unterwasserschwimmen) (50:56)
9. Botanik und Wirken / Schlafschwierigkeiten bei seelischem und körperlichen Leid / Typisches Wort "zermürbt" / Nervosität, nervöser Magen / Mehr Akzeptanz für das Leid / Unaushaltbares und Aushaltbares / Fall einer Frau mit Ohrtaubheit (57:38)
10. Weitere Wirkungen und Indikationen von Passiflora / Kombination mit Hypericum / Winterdepression, Ängste, Angststörungen, Phobien / Verabreichung von Passiflora (65:03)
11. Teilnehmerbeiträge und Fragen / Sammelzeit / Zubereitung und Aufbewahrung von Johanniskrautöl (74:18)
Cornelia Titzmann

Seit 1987 Tätigkeit als Heilpraktikerin in eigener Praxis mit den therapeutischen Schwerpunkten Pflanzenheilkunde, Homöopathie und klassischen Naturheilweisen, Lehrtätigkeit an verschiedenen Heilpraktikerschulen und Volkshochschulen, 1994 Mitbegründerin und seither Schulleiterin des IfP (Institut für Phytotherapie) in Berlin, Mutter von drei Kindern.
Nähere Informationen über unsere Autorin Cornelia Titzmann (Webseite): https://www.corneliatitzmann.de
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Schmuck-/CoverbildOben: Passiflora © gaviota_tenerife / Unten: Hypericum © Manfred Richter (Quellen: www.pixabay.com) / Pixabay.com
Wir danken dem/der FotografIn herzlich für die Erlaubnis zur Nutzung dieses Bildes!
We thank the photographer very much for the permission to use this picture!
Hersteller
Verlag Homöopathie + Symbol, Martin Bomhardt, Liebigstr. 36, 10247 Berlin, E-Mail: info@homsym.de
Produktabbildung
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Dieser Titel (Inhalt des Produkts) enthält fachkundliche Informationen für/über Heilberufe und heilkundliche Anwendungen, jedoch keine Werbung für bestimmte Heilmittel/-behandlungen. Er gibt ausschließlich die persönliche Meinung und subjektive Erfahrung des/der jeweiligen Autor*in*nen wieder. Keinesfalls können bestimmte Inhalte, insbesondere im Medium wiedergegebene Hinweise zu medizinischen Anwendungen (z. B. zur Einnahme bestimmer Arzneien) als konkreter Ratgeber oder gar Anleitung zur (Selbst-)Behandlung verstanden werden, insbesondere nicht von medizinischen Laien. Im Falle eines Behandlungsbedarfs halten Sie bitte Rücksprache mit professionellen Therapeut*innen, inbesondere Ihrem Hausarzt/Ärztin, um mögliche gesundheitliche Folgen und Schäden einer unprofessionellen Eigenanwendung zu vermeiden.
Vortragsreihe "Heilpflanzenporträts" an der Samuel-Hahnemann-Schule Berlin, 2. Oktober 2025
Infos über künftige Porträtabende:
Termine zur fortlaufende Reihe hier und auf der Webseite von Cornelia Titzmann
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