Vortrag vom Deutschen Homöopathiekongress 2012 in Freiburg
Jedes Arzneiprüfungssymptom zeigt zwei Anteile: Den individuellen Schwachpunkt des Prüfers und den Einfluss der Arznei. Die Konsequenz daraus ist, jedes Prüfungssymptom unter den Aspekten Ort - Empfindung - Modalität getrennt zu betrachten, da das vollständige Prüfungssymptom niemals alleiniger Ausdruck der Arzneiwirkung ist. Beim Studium wird es in seine Bestandteile zerlegt und erst der Vergleich der Zeichen unter sich lässt die wahre Arzneiwirkung erkennen. Daraus resultiert die Entsubjektivierung der subjektiven Prüfsymptome.
Da sich die Ähnlichkeitsbeziehung auf die Zeichen richtet und nicht auf die ganzen Prüfungssymptome, müssen auch in der Anamnese Zeichen und Zeichenkombinationen der Krankheit erfragt, bzw. herausgearbeitet werden. Durch die Zerlegung der Arznei- und Patientensymptome in ihre einzelnen Elemente bietet sich ein Repertorium an, das diese Struktur aufweist, wie das Therapeutische Taschenbuch von Bönninghausen. Das Therapeutische Taschenbuch liefert allgemeine Zeichenkombinationen, gibt aber keine Auskunft über spezielle Zeichenkombinationen, die letztendlich zur Similearznei führen. Am leichtesten lassen sich diese Zeichenkombinationen im digitalen Symptomenlexikon von Uwe Plate auffinden.
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