"Syphilinie ist immer dann, wenn der Mensch Gott ist"
Vor 500 Jahren kam es in der Renaissance zu einem tiefgreifenden Wandel hinsichtlich der menschlichen Stellung gegenüber dem Göttlichen. In der Malerei entstand erstmals die "Perspektive ", die Betrachtung vom eigenen Standpunkt aus. Der Mensch rückte allmählich mehr in den Mittelpunkt - dorthin, wo Jahrhunderte lang Gott der einzige Maßstab gewesen war.
Etwa zur gleichen Zeit, im Zuge der Eroberung der nunmehr runden Weltkugel, gelangte die Syphilis nach Europa. Von diesem Wandel werden wir bis heute beeinflusst: Rationalismus und Humanismus lassen sich nicht mehr so leicht aus der Welt stoßen. Auf brutale, ehrliche und rationale Weise ist Friedrich Nietzsches berühmtes Postulat "Gott ist tot" dessen ultimative Konsequenz.
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