Bei Carbo vegetabilis handelt es sich um Holzkohle, die durch unvollständige Verbrennung aufgrund von Luftabschluss entsteht und erst beim späteren Gebrauch (zum Beispiel als Grillkohle) vollständig verbrannt wird. In dieser Signatur zeigt sich bereits das Grundprinzip der Heilkraft von Carbo vegetabilis: mangelnde Stoffwechselreaktionen einer zu schwachen Lebenskraft anzuheizen. So dient nach der Verbrennung selbst ihre Asche noch als nützliches Düngemittel.
Als homöopathisches Akutmittel ist Carbo veg. - neben dem stärker an Todesangst leidenden Arsen - daher auch eine der größten Arzneien für finale Zustände kurz vorm Sterben. Der chronische Zustand ist eher selten - oder lediglich weniger bekannt. Hier handelt es sich oftmals um verwirrte alte Leute, die keine Bewegung und kein Licht mögen. Carbo vegetabilis will seine Ruhe und ist am liebsten nur für sich. Carbo veg. entspricht einem Leben auf Sparflamme.
Abgerundet wird Reinhold Tögels (†) Präsentation der Arznei durch eine ausführliche Differenzierung gegenüber weiteren ähnlichen Mitteln Causticum und Conium, mit Beispielen von Husten, Lähmung und Kopfschmerzen.
Ein kompakter Übersichtsvortrag über eine Arznei, deren verborgenes Feuer beim Verschreiben häufig übersehen wird.
Die Reihe "Boller Homöopathiewoche"
Anliegen der legendären Boller Homöopathiewochen war die Erkundung des Wesens der Arznei, insbesondere ihrer seelischen Heilkraft. Boll wurde zum Ausgangspunkt einer Homöopathie, die Heilung nicht allein als Beseitigung von Pathologie versteht, sondern als Wandlungs- und Erkenntnisweg, wie die historisch einmaligen und zugleich zeitlosen Vorträge bezeugen!
 | Dieser Vortrag als Download: 11,90 € |
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