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Was bedeutet verantwortliches therapeutisches Handeln? Wie lässt sich ein Patient begleiten, ohne ihn zu bevormunden - und ohne ihn mit seiner Krankheit allein zu lassen? Welche Rolle spielen Freiheit, Verantwortung und menschliche Begegnung im Heilungsprozess?
Carl Classen widmet sich diesen grundlegenden Fragen aus der Perspektive langjähriger homöopathischer Praxis und Ausbildungstätigkeit. Im Mittelpunkt stehen nicht ethische Regeln oder theoretische Modelle, sondern die Haltung des Therapeuten und die Gestaltung der therapeutischen Beziehung. Dabei beleuchtet Classen Spannungsfelder wie Autonomie und Verantwortung, Vertrauen und Grenzziehung, Heilung und persönliche Entwicklung.
Ausgehend von konkreten Erfahrungen reflektiert der Vortrag anthropologische und philosophische Grundlagen therapeutischen Handelns und fragt nach dem Menschenbild, das modernen Medizin- und Gesundheitsvorstellungen zugrunde liegt. Auch gesellschaftliche Entwicklungen wie Sicherheitsdenken, Digitalisierung und der zunehmende Druck zur Selbstoptimierung werden in ihre Bedeutung für therapeutische Beziehungen eingeordnet.
Ein nachdenklicher Vortrag über Freiheit, Verantwortung und die ethischen Voraussetzungen heilsamer Begegnung - nicht als abstrakte Theorie, sondern als gelebte Herausforderung im therapeutischen Alltag.
Mit Seminarmaterial im PDF-Format!
Themen im Überblick
- Ethik der Freiheit und therapeutische Haltung
- Freiheit, Verantwortung und Heilung im therapeutischen Prozess
- Menschenbild, Individualität und Würde des Patienten
- Heilung als offener Entwicklungsprozess statt technischer Machbarkeit
- Therapeutische Beziehung zwischen Begleitung, Autorität und Autonomie
- Vertrauen, Wahrnehmung und Präsenz in der therapeutischen Begegnung
- Angst, Erwartung, Projektion und Grenzziehung im Praxisalltag
- Normative Ethik und Haltungs-Ethik im Vergleich
- Patientenautonomie, Eigenverantwortung und paternalistische Medizin
- Gesundheit, Sicherheitsdenken und gesellschaftliche Entwicklungen
- Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf therapeutische Beziehungen
- Philosophisch-anthropologische Grundlagen homöopathischer Praxis
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- Artikel-Nr.: SK-257
- Abspieldauer (ca.): 1 Std. 01 Min.
- Edition: SK (SiMILE-Kongress von VKHD & SHZ)
- Schlüsselworte: Eigenverantwortung Eigenwirksamkeit Ethik Freiheit Impfpflicht Individualität Patientenauftrag Patientenführung Victor Frankl Willensfreiheit
Therapeutisches Handeln erschöpft sich nicht in Technik und Verfahren. Jede Behandlung berührt unausweichlich Fragen von Verantwortung, Freiheit, Beziehung und Menschenbild. Gerade in der Homöopathie, die den einzelnen Menschen in seiner Individualität verstehen und würdigen möchte, stellt sich daher stets die Frage: Was heißt ethische Haltung und ethisches Handeln im therapeutischen Alltag? Wie unterscheidet sich ganzheitliche und menschlich zugewandte Begleitung von rein mechanischer Behandlung? Wie lässt sich therapeutische Verantwortung denken, ohne den Patienten zu bevormunden oder ihn mit seiner Krankheit allein zu lassen?
Carl Classen, Homöopath, Ausbildungsleiter und langjähriger Dozent, stellt diese grundlegenden ethischen Fragen therapeutischer Arbeit in den Mittelpunkt seines Vortrags, wobei er sich dem Thema nicht im Sinne abstrakter Moralphilosophie nähert, sondern vielmehr aus der konkreten Erfahrung homöopathischer Praxis. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass moderne Medizin häufig zwischen technischer Machbarkeit, ökonomischem Druck und normativen Erwartungshaltungen steht - während Fragen nach Freiheit, Individualität und menschlicher Begegnung zunehmend aus dem Blick geraten.
Classen entwickelt seine Überlegungen entlang verschiedener philosophischer und anthropologischer Grundfragen. Was bedeutet Freiheit im Kontext von Krankheit und Therapie? Kann Heilung (gar vom Therapeuten) überhaupt "gemacht" werden - oder entsteht sie vielmehr in einem offenen Entwicklungsprozess des Patienten? Welche Rolle spielt dabei der Therapeut: lenkende Autorität, neutraler Techniker oder verantwortlicher Begleiter? Immer wieder zeigt der Vortrag, dass therapeutische Ethik nicht allein aus Regeln oder moralischen Forderungen besteht, sondern wesentlich mit den inneren Haltungen von Behandler und Patient, mit Wahrnehmung und Beziehung verbunden ist.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Spannungsverhältnis zwischen Autonomie und Verantwortung. Classen beschreibt, dass moderne Medizin häufig entweder zu paternalistischen Eingriffen oder zu einer rein formal verstandenen Patientenautonomie tendiert. Beide Extreme greifen aus seiner Sicht zu kurz. Wie lässt sich eine therapeutische Beziehung gestalten, die den Patienten ernst nimmt, ohne ihn zu objektivieren oder orientierungslos sich selbst zu überlassen? Welche Bedeutung für Heilungsprozesse haben Vertrauen, innere Freiheit und persönliche Reifung?
Classen greift immer wieder auf konkrete Erfahrungen aus Praxis, Ausbildung und zwischenmenschlicher Begegnung zurück. Fragen von Angst, Erwartung, Projektion, Verantwortung und therapeutischer Grenzziehung sind für ihn keine abstrakten Konzepte, sondern konkrete Herausforderungen therapeutischer Begegnung. Dabei wird deutlich, dass ethisches Handeln für Classen weniger aus der Befolgung äußerer Regeln erwächst als aus einer bewussten und reflektierten Haltung gegenüber dem leidenden Menschen.
Daneben beleuchtet der Vortrag auch gesellschaftliche Entwicklungen in der heutigen Medizin- und Gesundheitskultur. Welche Folgen entstehen, wenn Gesundheit zunehmend zur normativen Pflicht wird (vgl. auch Vortrag SK-216 von Bernhard Möller)? Wie verändern Digitalisierung, Beschleunigung und Sicherheitsdenken das Verhältnis zwischen Behandler und Patient? Und weshalb wird gerade unter solchen Bedingungen die Frage nach Freiheit und Verantwortung therapeutischer Beziehungen immer bedeutsamer?
Keine abstrakte Medizinethik, sondern eine aus der therapeutischen Praxis entwickelte Reflexion über Freiheit, Verantwortung und menschliche Begegnung. Die Verbindung aus philosophisch-anthropologischer Betrachtung und konkreter Praxiserfahrung eröffnet vielfältige Perspektiven auf therapeutische Haltung und die ethischen Voraussetzungen heilsamer Begegnung.
Mit Seminarmaterial im PDF-Format!
(Powerpointpräsentation mit 21 Folien)1. Anmoderation Markus Dankesreiter / Patientenführung / Führung ist nichts Negatives / Carl Rogers: Autonomie / Augenhöhe in der Begegnung (00:00)
2. Ethik der Freiheit / Erinnerung an den Ethik-Diskurs {2} / Wo stehen wir im Kontext von Homöopathie und Gesellschaft. Wofür stehen wir? / Freiheit - welche und wofür? / Strebens-Ethik und Sollens-Ethik / Ethik des Verhaltens und der Haltung (06:34)
3. Ethik - Wo brennt´s? / Beispiel Schweden / Beispiel Münsteraner Memorandum / Beispiel Impfpflicht / Ethik der Pseudo-Skeptiker (11:10)
4. Welche Freiheit meinen wir? / Was ist Freiheit? / Willensfreiheit / Victor Frankl / Freiheit habe ich nicht, Freiheit bin ich (15:01)
5. Das therapeutische Dreieck / Patient, Therapeut, Methode, Umfeld / Der Patientenauftrag / Einbeziehung von Eigenwirksamkeit und Eigenverantwortung {11} / Freiraum im Feldgeschehen {12} (22:12)
6. Freiheit im therapeutischen Umgang {13} / Bin ich frei von Systemen, erlaube ich mir einen Freiraum? / Raum zur Gesundung / Nichtwissen wagen / Einschub aus balinesischer Ethik {15} / Begegnung mit Tri Hita Karana / Ist es wahr, ist es stimmig, ist es
gut? (30:03)
7. Was sind Patienten? / Leidende und Duldende? / Subjekt als Agens in der Homöopathie (42:43)
8. Gesundheitssymptome fördern passive Patientenrollen / Versorgungssicherheit / Patienten kennen die eigenen Rechte nicht / Eigenverantwortliche Patient*innen (49:58)
Carl Classen
Geb. 1959, Heilpraktiker und Homöopath Praktiziert in Karlsruhe und leitet dort seit 1997 ars curandi Homöopathie & Heilkunst, mit den Schwerpunkten Heilpraktiker-Grundausbildung sowie Homöopathie Aus- und Weiterbildung und Supervision. Außerdem freier Autor sowie berufspolitischer Einsatz für Therapiefreiheit, Selbstbestimmungsrechte und Qualifizierungssysteme mit Augenmaß.Nähere Informationen über unseren Autor Carl Classen (Webseite): https://www.arscurandi.de
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Schmuck-/CoverbildDie Wolfsburg in Mülheim/Ruhr © Steffen Schmitz (Carschten) / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 (DE), Free Art License (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:M%C3%BClheim_an_der_Ruhr,_Wolfsburg,_2011-04_CN-02.jpg, Lizenz: CC BY SA 3.0de) Wir danken dem/der FotografIn herzlich für die Erlaubnis zur Nutzung dieses Bildes!
We thank the photographer very much for the permission to use this picture!
Hersteller
Verlag Homöopathie + Symbol, Martin Bomhardt, Liebigstr. 36, 10247 Berlin, E-Mail: info@homsym.de
Produktabbildung
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Dieser Titel (Inhalt des Produkts) enthält fachkundliche Informationen für/über Heilberufe und heilkundliche Anwendungen, jedoch keine Werbung für bestimmte Heilmittel/-behandlungen. Er gibt ausschließlich die persönliche Meinung und subjektive Erfahrung des/der jeweiligen Autor*in*nen wieder. Keinesfalls können bestimmte Inhalte, insbesondere im Medium wiedergegebene Hinweise zu medizinischen Anwendungen (z. B. zur Einnahme bestimmer Arzneien) als konkreter Ratgeber oder gar Anleitung zur (Selbst-)Behandlung verstanden werden, insbesondere nicht von medizinischen Laien. Im Falle eines Behandlungsbedarfs halten Sie bitte Rücksprache mit professionellen Therapeut*innen, inbesondere Ihrem Hausarzt/Ärztin, um mögliche gesundheitliche Folgen und Schäden einer unprofessionellen Eigenanwendung zu vermeiden.
SiMILE-Kongress für Praxis und Wissenschaft in der Homöopathie, Mülheim/Ruhr, "Die Wolfsburg", 28./29. Juni 2025
Veranstalter des Kongresses
Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands e.V. (VKHD) und
Stiftung Homöopathiezertifikat (SHZ)
Informationen zum 3. SiMILE-Kongress 2027 hier!
Dieser Fachvortrag wurde beim 2. SiMILE-Kongress 2025 in Mülheim/Ruhr gehalten. Das Gesamtpaket der Kongressbeiträge besteht aus den 14 Fachvorträgen (als MP3-Audio) und allen visuellen Materialien, die von den Referent*innen verwendet wurden und Ihnen hier ebenfalls zur Verfügung gestellt werden (Powerpoint-Präsentationen, Skripte, Handouts etc., in nachbearbeiter PDF-Form). Alle 14 veröffentlichten Vorträge des Kongresses sind bei uns auch zu einem stark ermäßigten Preis als Gesamtpaket erhältlich:
SK-2
Nähere Informationen zu den einzelnen Fachvorträgen:
- SK-211:  Tipps und Tricks zur Diagnostik und homöopathischen Therapie. Langjährige Erfahrungen eines homöopathischen HNO-Arztes (Dr. Joachim Mayer-Brix)
- SK-212:  Die Sehgal-Methode - den Geist- und Gemütszustand des Patienten verstehen. (Ralf Dissemond)
- SK-213:  Die Lebenskraft und die moderne Wissenschaft (Renate Künne)
- SK-214:  Homöopathie in einer anthroposophischen Rehaklinik (Dr. Annika Breininger)
- SK-215:  Cyrus Maxwell Boger und die Balance von Semiotik und Diagnostik (Dr. Norbert Winter)
- SK-216:  Die Verborgenheit der Gesundheit (Bernhard Möller)
- SK-217:  Phänomenologie homöopathischer Arzneimittel bei Depressionen (Hildegard Klingberg)
- SK-251:  Akute schwere Krankheitssituationen. Effektiver Überblick und sichere Arzneiwahl mittels Boger-Analyse (Dr. Christoph Tils)
- SK-252:  Polaritätsanalyse und ADHS im Kindesalter (Christian Lucae)
- SK-253:  Wie gelingt eine selbstbewusste Kommunikation zur Homöopathie? (Karen Lutze)
- SK-254:  Selbstvertrauen in der Praxis. (Helmut Schnellrieder)
- SK-255:  G. H. G. Jahrs Repertorium der Hautsymptome - ein wertvolles Werkzeug in der homöopathischen Praxis (Stefan Reis)
- SK-256:  Predictive Homöopathie bei Autoimmunerkrankungen (Matthias Klünder, Matthias Strelow)
- SK-257:  Patientenführung, Individualität und eine Ethik der Freiheit (Carl Classen)
