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Die "Lebenskraft" zählt zu den zentralen Grundbegriffen der klassischen Homöopathie - und zugleich zu den am häufigsten missverstandenen. Ist sie lediglich ein historisches Relikt des Vitalismus oder beschreibt sie einen bis heute relevanten Aspekt lebendiger Prozesse? Welche Bedeutung hat sie für das Verständnis von Krankheit, Heilung und homöopathischer Arzneiwirkung?
Renate Künne nähert sich diesen Fragen aus einer ungewöhnlichen Doppelperspektive als Diplom-Physikerin und homöopathisch arbeitende Heilpraktikerin. Ausgehend von Hahnemanns Organon erläutert sie den Begriff der "geistartigen" Lebenskraft und ordnet ihn in einen wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Zusammenhang ein. Dabei spannt sie einen Bogen von Immanuel Kant über Rudolf Steiner bis hin zu neueren biologischen und naturwissenschaftlichen Ansätzen, die Leben als dynamische Ordnungsprozesse verstehen.
Neben den theoretischen Grundlagen vermittelt der Vortrag auch praktische Zugänge zur Wahrnehmung lebendiger Prozesse und zeigt, welche Bedeutung Metamorphose und Entwicklungsdynamik für die homöopathische Praxis besitzen können.
Ein anregender Beitrag über einen der grundlegenden Begriffe der Homöopathie, der Wissenschaftsgeschichte, Philosophie und praktische Erfahrung auf ungewöhnliche Weise miteinander verbindet.
Mit Seminarmaterial im PDF-Format! (Handout)
Themen im Überblick
- Hahnemanns Begriff der Lebenskraft
- Die "geistartige" Wirkung homöopathischer Arzneien
- Wissenschaftliche Kritik am Vitalismus-Begriff
- Verbindung von Homöopathie, Philosophie und moderner Biologie
- Kant und die regulative Vernunftidee
- Rudolf Steiner und erkenntnistheoretische Perspektiven
- Dynamische Ordnungsprozesse im Lebendigen
- Die Lebenskraft im Zusammenhang chronischer Krankheiten
- Wahrnehmungsschulung und "unvoreingenommener Beobachter"
- Denken in Metamorphosen und Entwicklungsprozessen
- Praktische Bedeutung für Fallaufnahme und Arzneiverständnis
- Wissenschaftstheoretische Perspektiven auf Homöopathie
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- Artikel-Nr.: SK-213
- Abspieldauer (ca.): 47 Min.
- Edition: SK (SiMILE-Kongress von VKHD & SHZ)
- Schlüsselworte: Astralleib Atomismus Erkenntnis geistartig Kant, Immanuel Lebenskraft Rudolf Steiner Wille
Der Begriff der "Lebenskraft" gehört zu den zentralen - und zugleich meistdiskutierten sowie oft missverstandenen - Konzepten der klassischen Homöopathie. Handelt es sich dabei lediglich um eine historisch überholte und naturwissenschaftlich nicht belegbare Idee des Vitalismus? Oder lässt sich Hahnemanns Verständnis der Lebenskraft auch aus heutiger naturwissenschaftlicher und erkenntnistheoretischer Perspektive nachvollziehen? Welche Bedeutung hat dieses Konzept für ein modernes Verständnis von Krankheit, Heilung und der Wirkweise homöopathischer Arzneien?
Renate Künne nähert sich diesen Fragen aus einer ungewöhnlichen Doppelperspektive: als Diplom-Physikerin einerseits und homöopathisch arbeitende Heilpraktikerin andererseits. Statt spekulativer Metaphysik oder pauschaler Wissenschaftskritik ordnet Künne Hahnemanns Begriff der Lebenskraft in einen nachvollziehbaren wissenschafts- und erkenntnistheoretischen Zusammenhang ein. Die Lebenskraft erscheint darin nicht als mystische Zusatzannahme, sondern als Beschreibung jener dynamischen Ordnungsprozesse, die Lebendiges von Totem unterscheiden.
Ausgehend von relevanten Aussagen des Organon erläutert Künne zunächst Hahnemanns Verständnis einer "geistartigen" Lebenskraft und zeigt auf, weshalb der Begriff bis heute so oft missverstanden wird. Was meinte Hahnemann mit "geistartig" und in welchem geistes- und naturwissenschaftlichen Kontext standen diese Begriffe zu jener Zeit? Weshalb lassen sich Hahnemanns Aussagen über die Lebenskraft nicht einfach mit einem "naiven Vitalismus" gleichsetzen? Schrittweise baut Renate Künne Brücken zwischen klassischer Homöopathie, Philosophiegeschichte und moderner Biologie.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den erkenntnistheoretischen Bezügen zu Immanuel Kant einerseits und Rudolf Steiner andererseits. Künne zeigt, dass Hahnemanns Begriff der Lebenskraft in wesentlichen Punkten mit Kants Konzept der regulativen Vernunft vergleichbar ist und auch wissenschaftstheoretisch durchaus sinnvoll eingeordnet werden kann. Steiners Modelle der Verbindungen zwischen materiellen und geistigen Ebenen bilden möglicherweise einen ergänzenden Verständnisrahmen. Gleichzeitig diskutiert die Referentin quantenphysikalische Erkenntnisse sowie neuere biologische Ansätze, die Lebensprozesse nicht allein mechanistisch, sondern als dynamische Ordnungsprozesse betrachten. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Verständnis chronischer Krankheiten und homöopathischer Arzneiwirkung?
Dabei bleibt Künnes Vortrag nicht in rein theoretischen Überlegungen stecken. Anhand von praktischen Übungen zur Wahrnehmung lebendiger Prozesse erläutert sie, wie sich eine differenziertere Beobachtung schulen lässt, ganz im Sinne des "unvoreingenommenen Beobachters", wie Hahnemann ihn forderte. Welche Rolle spielen dabei reine Sinneswahrnehmung, das Denken in Entwicklungsprozessen und das Erfassen von Metamorphosen? Wie können diese Perspektiven die praktische homöopathische Fallaufnahme beeinflussen?
Ein ebenso fundierter wie anregender Vortrag, der einen oft missverstandenen Grundbegriff der Homöopathie neu zugänglich macht. Die Verbindung aus Wissenschaftsgeschichte, Erkenntnistheorie, moderner Biologie und praktischer Beobachtungsschulung eröffnet einen ungewohnten Blick auf die Frage, wie Lebendigkeit, Krankheit und Heilung verstanden werden können - innerhalb und außerhalb der Homöopathie.
Mit Seminarmaterial im PDF-Format! (Handout)
1. Anmoderation Marion Kampmann: Vorstellung der Referentin (00:00)
2. Lebenskraft - ein Stiefkind der Wissenschaft / Wie wirkt denn die homöopathische Arznei? / Was versteht Hahnemann unter geistartig? / Wirkung auch auf Entfernung / Alter Begriff der Lebenskraft (Kant, Hahnemann) / Ableitung aus der Leichenverwesung /
Ableitung der Eigenschaften der Lebenskraft aus Beobachtungen (02:14)
3. Eigenschaften der Lebenskraft: Qualitative Ordnung der physiologischen Prozesse / Einheit von Lebenskraft und materiellem Körper / Dynamische Wirkung / Seele und Geist / Stellung der heutigen Biologie zu solchen Aussagen / Orchestrierung als Ordnung /
Boundary Conditions (07:40)
4. Kann man sich vorstellen, dass die LK kraftartig wirkt? / Atomisten und Dynamisten / Die Durchsetzung des Atomismus / Morphogenese / Wirkung durch Beschränkung / Pauli-Prinzip (13:30)
5. Die Organisierung des Organismus durch die Lebenskraft / Gibt es überhaupt einen freien Willen? / Mensch: aktives Verfolgen selbst gesetzter Ziele (17:42)
6. Noch ein Schritt weiter: SH in Übereinstimmung mit Kant / Steiner: Beobachtbarkeit der Wesensglieder / Gegenüberstellung von Kant und Steiner / Kant: Wie kommt es zur Erkenntnis? Steiner: Was ist Erkenntnis? / Gedankenwahrnehmung / Der dreigegliederte
Mensch (21:00)
7. Die Dreigliederung nach Steiner / Physischer Leib / Ätherleib / Astralleib: haben alle Tiere, auch der Mensch / Ich-Organisation und freier Wille: selber Gestalten bilden / Übung am Beispiel einer Rose (30:19)
8. Teilnehmerfragen/-beiträge (41:14)
Renate Künne

Vita der Autorin
- 1954 geboren in Altena, einer von Wäldern umgebenen Kleinstadt im Sauerland. Einen großen Teil meiner Kindheit habe ich in der Natur verbracht, mit dem Wunsch, sie im Innersten zu erkennen.
- 1972 Abitur mit dem Wunsch Physik zu studieren, weil dies die grundlegendste Naturwissenschaft ist.
- 1979 Physik-Diplom mit einer Forschungsarbeit zur Struktur der Materie an der Universität Bonn und am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf mit anschließender Tätigkeit als wissenschaftliche Angestellte an der Universität Bonn.
- 1980-1992 Tätigkeit als Physikerin in der Industrie
- 1983-1987 Berufsbegleitende Präsenzausbildung zur Heilpraktikerin in der Frauenbildungsstätte Zülpich mit dem Wunsch als Homöopathin zu arbeiten. Die Erkenntnisse der in den Substanzen enthaltenen Kräfte durch die Arzneimittelprüfung und das Ähnlichkeitsgesetz als universell gültiges Heilprinzip waren meine Motive.
- 1988 Zulassung als Heilpraktikerin
- 1989-1993 Berufsbegleitende Ausbildung in Klassischer Homöopathie
- 1992 Niederlassung als Heilpraktikerin mit Teilerwerbspraxis in Nürnberg
- 1992-2005 Reduzierung meiner Tätigkeit in der Industrie auf Teilzeit
- 1993-2019 Fortbildungen in Klassicher Homöopathie sowie Zusatzausbildungen in Anthroposophischer Heilkunde, insbes. Anthroposophischer Biografiearbeit, Personaler Leibarbeit (Dürckheim) und Focusing.
- 2004 Zertifizierte Therapeutin für Klassische Homöopathie (SHZ)
- 2006-2019 Vollerwerbspraxis für Klassische Homöopathie und Anthroposophische Heilkunde
- 2007 Zertifizierte Dozentin und Supervisorin (SHZ)
- 2010 Zertifizierte Therapeutin und Dozentin für Anthroposophische Heilkunde
- 2014-2018 Praxisbegleitendes Masterstudium der Homöopathie an der Universität UCLAN (University of Central Lancashire)
- 2018 Master of Science in Homöopathie (MScHom) mit einer Masterarbeit zu nicht-lokalen Phänomen in Arzneimittelprüfungen
- 2021-heute Doktorandin an der Universität Witten/Herdecke bei Prof. Stephan Baumgartner Zu Hahnemanns Begriff der geistartigen Wirkungen im Verhältnis zur modernen Wissenschaft
Nähere Informationen über unsere Autorin Renate Künne (Webseite): https://www.heilpraxis-kuenne.de
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Schmuck-/CoverbildDie Wolfsburg in Mülheim/Ruhr © Steffen Schmitz (Carschten) / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 (DE), Free Art License (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:M%C3%BClheim_an_der_Ruhr,_Wolfsburg,_2011-04_CN-02.jpg, Lizenz: CC BY SA 3.0de) Wir danken dem/der FotografIn herzlich für die Erlaubnis zur Nutzung dieses Bildes!
We thank the photographer very much for the permission to use this picture!
Hersteller
Verlag Homöopathie + Symbol, Martin Bomhardt, Liebigstr. 36, 10247 Berlin, E-Mail: info@homsym.de
Produktabbildung
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SiMILE-Kongress für Praxis und Wissenschaft in der Homöopathie, Mülheim/Ruhr, "Die Wolfsburg", 28./29. Juni 2025
Veranstalter des Kongresses
Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands e.V. (VKHD) und
Stiftung Homöopathiezertifikat (SHZ)
Informationen zum 3. SiMILE-Kongress 2027 hier!
Dieser Fachvortrag wurde beim 2. SiMILE-Kongress 2025 in Mülheim/Ruhr gehalten. Das Gesamtpaket der Kongressbeiträge besteht aus den 14 Fachvorträgen (als MP3-Audio) und allen visuellen Materialien, die von den Referent*innen verwendet wurden und Ihnen hier ebenfalls zur Verfügung gestellt werden (Powerpoint-Präsentationen, Skripte, Handouts etc., in nachbearbeiter PDF-Form). Alle 14 veröffentlichten Vorträge des Kongresses sind bei uns auch zu einem stark ermäßigten Preis als Gesamtpaket erhältlich:
SK-2
Nähere Informationen zu den einzelnen Fachvorträgen:
- SK-211:  Tipps und Tricks zur Diagnostik und homöopathischen Therapie. Langjährige Erfahrungen eines homöopathischen HNO-Arztes (Dr. Joachim Mayer-Brix)
- SK-212:  Die Sehgal-Methode - den Geist- und Gemütszustand des Patienten verstehen. (Ralf Dissemond)
- SK-213:  Die Lebenskraft und die moderne Wissenschaft (Renate Künne)
- SK-214:  Homöopathie in einer anthroposophischen Rehaklinik (Dr. Annika Breininger)
- SK-215:  Cyrus Maxwell Boger und die Balance von Semiotik und Diagnostik (Dr. Norbert Winter)
- SK-216:  Die Verborgenheit der Gesundheit (Bernhard Möller)
- SK-217:  Phänomenologie homöopathischer Arzneimittel bei Depressionen (Hildegard Klingberg)
- SK-251:  Akute schwere Krankheitssituationen. Effektiver Überblick und sichere Arzneiwahl mittels Boger-Analyse (Dr. Christoph Tils)
- SK-252:  Polaritätsanalyse und ADHS im Kindesalter (Christian Lucae)
- SK-253:  Wie gelingt eine selbstbewusste Kommunikation zur Homöopathie? (Karen Lutze)
- SK-254:  Selbstvertrauen in der Praxis. (Helmut Schnellrieder)
- SK-255:  G. H. G. Jahrs Repertorium der Hautsymptome - ein wertvolles Werkzeug in der homöopathischen Praxis (Stefan Reis)
- SK-256:  Predictive Homöopathie bei Autoimmunerkrankungen (Matthias Klünder, Matthias Strelow)
- SK-257:  Patientenführung, Individualität und eine Ethik der Freiheit (Carl Classen)
