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Cornelia Titzmann
Brennnessel & Löwenzahn. Brüderchen & Schwesterchen. Heilpflanzenportrait
Die weithin geschätzten Heilpflanzenporträts der Berliner Phytotherapie-Expertin Cornelia Titzmann gehen mit diesem Beitrag bereits ins dritte Jahr. Neu in diesem Zyklus ist, dass nicht nur eine einzelne Arzneipflanze monographisch vorgestellt wird, sondern gleich zwei verschiedene. Beide haben verwandte Anwendungsgebiete und können daher sowohl einzeln als auch in Kombination verschrieben werden - mit dem Vorteil, dass sie einander unterstützen und ergänzen.
Den Anfang machen die Große Brennnessel (Urtica dioica) und der Löwenzahn (Taraxacum officinale) - zwei weit verbreitete und allgemein bekannte ruderale (in Siedlungsnähe wachsende) Arzneipflanzen, die schon traditionell eine große Rolle in der Phytotherapie spielen. Cornelia Titzmann nennt sie - frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm - Brüderchen und Schwesterchen. Im Mittelpunkt des Märchens stehen die bedingungslose gegenseitige Unterstützung und Liebe in einer ausweglos erscheinenden Situation. Der Lohn dafür ist Verwandlung und schließlich Erlösung!
Die Dozentin bespricht die beiden Pflanzen zunächst einzeln und geht dann auf ihre Querverbindungen und Kombinationsmöglichkeiten ein.
Mit dem Monographie-Handout als (PDF)
 
Hörprobe 2: Brennnessel Anwendung
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- Artikel-Nr.: PF-331
- Abspieldauer (ca.): 1 Std. 32 Min.
- Edition: PF (Pflanzenheilkunde)
- Schlüsselworte: Blutreinigung Diurese Entsäuerung Leber Prostata Taraxacum officinale Urtica dioica Urtica urens
Die weithin geschätzten Heilpflanzenporträts der Berliner Phytotherapie-Expertin Cornelia Titzmann gehen mit diesem Beitrag bereits ins dritte Jahr. Neu in diesem Zyklus ist, dass nicht nur eine einzelne Arzneipflanze monographisch vorgestellt wird, sondern gleich zwei verschiedene. Beide haben verwandte Anwendungsgebiete und können daher sowohl einzeln als auch in Kombination verschrieben werden - mit dem Vorteil, dass sie einander unterstützen und ergänzen.
Den Anfang machen die Große Brennnessel (Urtica dioica) und der Löwenzahn (Taraxacum officinale) - zwei weit verbreitete und allgemein bekannte ruderale (in Siedlungsnähe wachsende) Arzneipflanzen, die schon traditionell eine große Rolle in der Phytotherapie spielen. Cornelia Titzmann nennt sie - frei nach dem Märchen der Gebrüder Grimm - Brüderchen und Schwesterchen. Im Mittelpunkt des Märchens stehen die bedingungslose gegenseitige Unterstützung und Liebe in einer ausweglos erscheinenden Situation. Der Lohn dafür ist Verwandlung und schließlich Erlösung!
Die Dozentin bespricht die beiden Pflanzen zunächst einzeln und geht dann auf Querverbindungen und Kombinationsmöglichkeiten ein. Sie beginnt mit der Brennnessel, die zu einer eigenen Familie (Urticaceae) gehört. Sie wird auch "Wächterin des Blutes" genannt, da sie besonders für ihre Blut reinigende und allgemein entsäuernde Wirkung geschätzt wird - auch auf geistig-emotionaler Ebene ("sauer" sein).
Die anspruchslose Pflanze wächst selbst gerne auf sauren und nitrophilen Böden, die sie ebenfalls entsäuert (Brennessel-Jauche zur Bodenverbesserung, Düngung und Parasitenbekämpfung). Sie ist histaminhaltig und enthält zudem viele Mineraliensalze, die auch zum Färben genutzt werden. Für den Menschen ist sie als Teedroge ebenso ein hervorragender "Dünger", fördert beispielswese das Haarwachstum und pflegt die Kopfhaut.
Entsprechend ihrer Wasser ausscheidenden Wirkung (Diurese) gehören Niere, Blase und Blut (schlechte Blutwerte, Blutreinigung) zu den wichtigsten phytotherapeutischen Anwendungsbereichen: Zystitis, Nierenleiden wie (Nieren)Steinen (Verhinderung der (Neu)Bildung). Auch bei rheumatischen Erkrankungen, insbesondere durch Übersäuerung (zu viel Harnsäure) und zur Fastenbegleitung ("Kein Fasten ohne Brennnesseltee") kann sie verwendet werden. Wegen ihres hohen Eisenanteils wird sie auch bei leichter Anämie eingesetzt.
Während phytotherapeutisch meist das Kraut (Herba) genutzt wird, weist auch die Wurzel (Radix Urticae) eine spezifische Wirkung auf: Beschwerden der Prostata (Altersvergrößung) und Blasenreizung (Sextaner-Blase). Darüber hinaus fördern Brennnessel-Samen (Semen Urticae) die Fertilität und die Libido - sowohl bei Frauen als auch bei Männern, wo sich sogar das Spermiogramm verbessern kann.
Die zweite Porträtpflanze des Abend, der Löwenzahn (Taraxacum off.) benötigt ebenfalls einen eher sauren, nitrithaltigen Boden, gehört aber zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Kinder lieben sie als Pusteblume, während sie im Französischen auch als Piss-au-lit (Piss-ins-Bett) bekannt ist (Bettnässer, Altersinkontinenz). Überhaupt dient der Löwenzahn (mit seiner Vitamin-D-Vorstufe) Kindern, die schwach und mickrig sind. Die Milchsaft führende Pflanze senkt zudem den Blutzucker.
Ihr Hauptanwendungsbereich ist die Leber mit Krankheiten jeder Art (Zirrhose, Hepatitis). Sie wird zur Entgiftung, Stärkung, Appetitanregung, Darmregulation und - wie die Brennnessel - auch als Diuretikum eingesetzt. Doch während Brennnessel-Patienten eher aggressiv auftreten, sind Löwenzahn-Patienten eher schwach und depressiv (Leber!). Welche weiteren Anwendungsgebiete und Indikationen haben sich bewährt? Die Dozentin stellt hier alle wichtigen kompakt vor!
Die Kombination beider Pflanzen hat sich in ihrer Praxis besonders bei gehäuften bzw. chronischen Kopfschmerzen sowie bei allergischen Beschwerden bewährt. Dabei verbessern die Bitterstoffe des Löwenzahn die Bioverfügbarkeit der Brennnessel. In einem kleinen Exkurs empfiehlt die erfahrene Therapeutin bei Allergien zusätzlich Oxymel - eine Mischung aus Honig, Wasser und Essig. Am Ende stellt sie mit den beiden sowie weiteren Pflanzen einen Beispieltee für die Leber zusammen.
Mit dem Monographie-Handout als (PDF)
Über die Reihe "Heilpflanzenporträts"
In den Vorträgen ihrer Fachfortbildungsreihe widmet sich die bekannte Berliner Phytotherapeutin und -lehrerin Cornelia Titzmann jeweils einzelnen Heilpflanzen, die sie als umfassende Darstellungen (Monographien) ihrer pharmakologischen Wirkung und heilkundlichen Anwendung, ihrer botanischen Einordnung und speziellen pflanzlichen Merkmale, ihrer Signatur, Geschichte und Mythologie sowie ihrer essenziellen Kernthemen porträtiert.
Dabei kommen sämtliche Aspekte zur Sprache, die eine Pflanze zur einzigartigen Arznei machen, auch im differenziellen Vergleich und in der Kombination mit anderen Pflanzendrogen. Cornelia Titzmann möchte mit ihrer Reihe nicht nur bekannte, sondern auch weniger bekannte Arzneipflanzen vorstellen, die sich in ihrer Praxis schon oft als spezielle Helfer bewährt haben. Diese Pflanzen verdienen mehr Aufmerksamkeit und sollen daher ein bekannteres Gesicht und größeres Gewicht erhalten!
Über die gängigen Nutzungen hinaus können Phytotherapeutinnen und Pflanzenliebhaber so das gesamte Anwendungsspektrum einer Heilpflanze kennenlernen. Homöopath*innen bieten die Vorträge zudem eine Möglichkeit, Arzneipflanzen in ihrer Wirkweise noch besser und tiefer zu verstehen, auch in der Gegenüberstellung von phytotherapeutischer und homöopathischer Wirkung.
1. Brüderchen und Schwesterchen / Urtica dioica vs. Urtica urens / Familie Urticaceae / Wächter des Blutes / Entsäuerung / Brennessel-Jauche als Dünger zur Bodenverbesserung und zur Parasitenbekämpfung / Haarspülung (00:00)
2. Anwendungsgebiete: Diurese, Zystitis, Nierenleiden / Verhinderung von (Nieren)Steinen / Rheumatische Erkrankungen / Eisenanteil / Fastenbegleitung (18:14)
3. Pflanzliche Anteile und Anwendungsformen / Prostata(hypertrophie), Blasenreizung / Brennnessel-Samen als Superfood / Fertilitätsförderung (24:14)
4. Was machen Bitterstoffe? / Glutenproblematik (36:18)
5. Löwenzahn / Bodenbeschaffenheit / Familie der Korbblütler (Asteraceae) / Kinder-Liebling / Milchsaftführende Pflanzen (38:59)
6. Anwendung in der Heilkunde: Leber, Diurese / Zirrhose / Psychische Differenzierung Brennnessel vs. Löwenzahn / Venenleiden durch Leberstau (51:33)
7. Herba cum radix / Kombination von Brennnessel und Löwenzahn / Kopfschmerzen, Allergien / Oxymel bei Allergien (61:45)
8. Mögliche Mischungen / Beispieltee (68:50)
9. Fragen und Beiträge von Teilnehmer*innen (81:51)
Cornelia Titzmann

Seit 1987 Tätigkeit als Heilpraktikerin in eigener Praxis mit den therapeutischen Schwerpunkten Pflanzenheilkunde, Homöopathie und klassischen Naturheilweisen, Lehrtätigkeit an verschiedenen Heilpraktikerschulen und Volkshochschulen, 1994 Mitbegründerin und seither Schulleiterin des IfP (Institut für Phytotherapie) in Berlin, Mutter von drei Kindern.
Nähere Informationen über unsere Autorin Cornelia Titzmann (Webseite): https://www.corneliatitzmann.de
1 MP3-Datei plus Handout-PDF im ZIP-Paket
Schmuck-/CoverbildLöwenzahn © Sergei Spas (Quelle: Pixabay.com) / Brennnessel © Hans (Quelle: Pixabay.com) / Pixabay.com
Wir danken dem/der FotografIn herzlich für die Erlaubnis zur Nutzung dieses Bildes!
We thank the photographer very much for the permission to use this picture!
Hersteller
Verlag Homöopathie + Symbol, Martin Bomhardt, Liebigstr. 36, 10247 Berlin, E-Mail: info@homsym.de
Produktabbildung
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Produktform
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Vortragsreihe "Heilpflanzenporträts" an der Samuel-Hahnemann-Schule Berlin, 7. Februar 2024
Infos über künftige Porträtabende:
Termine zur fortlaufende Reihe hier und auf der Webseite von Cornelia Titzmann

