Seit Jahrtausenden betreiben Menschen weltweiten Austausch und Handel. Damit gelangten auch immer wieder medizinisch wirksame "exotische" Pflanzen zu uns, darunter die Blätter des Boldostrauchs, die im Mittelpunkt dieses Heilpflanzenporträts stehen. So stellt die bekannte Berliner Phytotherapie-Dozentin Cornelia Titzmann zunächst die Frage, wann es sinnvoll sein kann, hierzulande auch exotische Heilpflanzen zu nutzen: Sie sollten ein spezielles Wirk- und Indikationsspektrum aufweisen, das durch heimische Arzneien nicht in ähnlicher Weise ersetzbar ist.
Ausführlich geht die Dozentin auf die Inhaltsstoffe und deren therapeutische Rolle ein. Im Zentrum der Anwendung stehen zum einen Magen-Darm- und Leberprobleme, zum anderen - damit oft in Verbindung - parasitärer Befall (Würmer)! An dieser Stelle diskutiert die Dozentin die Rolle von Parasiten im Allgemeinen und unseren heutigen Umgang mit ihnen. Die pharmakologische Wirkweise von Boldo ist krampflösend (Magen/Darm, "Montezumas Rache": Reisedurchfall), verdauungsfördernd, cholekinetisch (Gallenfluss fördernd), Leber anregend, antioxidativ und harntreibend.
Welche Indikationen lassen sich daraus ableiten und haben sich in der Praxis bewährt - über die akute Anwendung bei Magen-Darm-Problemen (v. a. Obstipation) hinaus? Titzmann beschreibt bestimmte Störungen der Gallenblase und des Gallenflusses (mit einem Vorsichtshinweis bei Gallensteinen) und berichtet von passenden Fällen! Sehr hilfreich kann Boldo bei Wurmbefall sein, zumal es - anders als viele gängige Wurmmittel - in üblicher Dosierung nicht toxisch ist. Bei der Leber sind Leberegel eine mögliche Indikation, zudem Fettleber, Leberzirrhose und Hepatitis, vor allem in der Nachsorge und bei schlechten Leberwerten. Hier erzählt Cornelia Titzmann von der eindrucksvollen Leberkur bei einem zunächst sehr skeptischen Onkel mit ausgeprägter Leberzirrhose. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind die Begleitung karzinogener Erkrankungen (Magen, Darm, Pankreas), chronische Zystitiden (ältere Menschen, weiteres Fallbeispiel) sowie beginnende rhematische Beschwerden.
Mit Boldo können wir unseren phytotherapeutischen Schatz um eine sehr potente und vielseitige Pflanze erweitern, an die wir nicht nur bei Leber- und Wurmerkrankungen denken sollten!
Mit dem Monographie-Handout als PDF
 
Hörprobe 2: Anwendung
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- Artikel-Nr.: PF-319
- Abspieldauer (ca.): 1 Std. 25 Min.
- Edition: PF (Pflanzenheilkunde)
- Schlüsselworte: Boldo Dyspepsie Fettleber Galle Gallenfluss Gallensteine Hepatitis Laurales Leber Leberzirrhose Obstipation Parasiten Peumus Boldo Molina Würmer Zystitis
Seit Jahrtausenden betreiben Menschen weltweiten Austausch und Handel. Damit gelangen auch immer wieder medizinisch wirksame "exotische" Pflanzen zu uns, darunter die Blätter des Boldostrauchs, die im Mittelpunkt dieses Heilpflanzenporträts stehen. So stellt die bekannte Berliner Phytotherapie-Dozentin Cornelia Titzmann zunächst die Frage, wann es sinnvoll sein kann, hierzulande auch exotische Heilpflanzen zu nutzen: Sie sollten ein spezielles Wirk- und Indikationsspektrum aufweisen, das durch heimische Arzneien nicht in ähnlicher Weise ersetzbar ist.
Wir begeben uns daher heute auf eine Reise nach Südamerika, wo Peumus Boldus Molina wächst und in der dortigen Volksheilkunde schon lange als Lebermittel bekannt und bewährt ist. Trotz seiner tropischen Heimat ist Boldo eine Trockenzonenpflanze und wird inzwischen auch in Mittelmeerländern und Nordafrika kultiviert.
Peumus Boldo gehört zur kleinen Familie der Trommelbaumgewächse (Monimiaceae) aus der Ordnung Laurales und ist daher mit den Lorbeergewächsen verwandt, arzneilich jedoch noch potenter. Evolutionär handelt es sich um eine der ältesten Familien überhaupt - eine "alte Pflanzenseele"! Boldo wächst als baumartiger, immergrüner Strauch nur langsam und blüht nur alle 5 Jahre, kann aber über 300 Jahre alt werden! Charakteristisch sind seine rissige, schuppige Borke und die dicken, lederartigen Laubblätter mit typisch büschelartigen Haaren und aromatischen Öldrüsen. In der Phytotherapie werden die Blätter verwendet, während die Früchte und das Holz auch als Nahrung, Gewürz, Holzkohle, Gerbstoff und Parfümbestandteil dienen. Heilkundlich wurde Boldo schon in der alten Chinesischen Medizin bei Leberhitze und Stauung geschätzt. Nach Europa wurde die Pflanze erst Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt!
Ausführlich geht die Dozentin auf die Inhaltsstoffe und deren therapeutische Rolle ein. Im Zentrum der Anwendung stehen zum einen Magen-Darm- und Leberprobleme, zum anderen - damit oft in Verbindung - parasitärer Befall (Würmer)! An dieser Stelle diskutiert die Dozentin die Rolle von Parasiten im Allgemeinen und unseren heutigen Umgang mit ihnen. Die pharmakologische Wirkweise von Boldo ist krampflösend (Magen/Darm, "Montezumas Rache": Reisedurchfall), verdauungsfördernd, cholekinetisch (Gallenfluss fördernd), Leber anregend, antioxidativ und harntreibend.
Welche Indikationen lassen sich daraus ableiten und haben sich in der Praxis bewährt - über die akute Anwendung bei Magen-Darm-Problemen (v. a. Obstipation) hinaus? Titzmann beschreibt bestimmte Störungen der Gallenblase und des Gallenflusses (mit einem Vorsichtshinweis bei Gallensteinen) und berichtet von passenden Fällen! Sehr hilfreich kann Boldo bei Wurmbefall sein, zumal es - anders als viele gängige Wurmmittel - in üblicher Dosierung nicht toxisch ist. Bei der Leber sind Leberegel eine mögliche Indikation, zudem Fettleber, Leberzirrhose und Hepatitis, vor allem in der Nachsorge und bei schlechten Leberwerten. Hier erzählt Cornelia Titzmann von der eindrucksvollen Leberkur bei einem zunächst sehr skeptischen Onkel mit ausgeprägter Leberzirrhose. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind die Begleitung karzinogener Erkrankungen (Magen, Darm, Pankreas), chronische Zystitiden (ältere Menschen, weiteres Fallbeispiel) sowie beginnende rhematische Beschwerden.
Ergänzt wird der Vortrag durch Exkurse zur Diabetes-Prophylaxe (mit Tipps zum Umgang mit Süßigkeiten), zur Homöopathie und zu Haronga. Auch die empfohlene Dosierung sowie mögliche Darreichungsformen von Boldo werden erörtert, zum Beispiel bei kindlichem Wurmbefall.
Mit Boldo können wir unseren phytotherapeutischen Schatz um eine sehr potente und vielseitige Pflanze erweitern, an die wir nicht nur bei Leber- und Wurmerkrankungen denken sollten!
Mit dem Monographie-Handout als (PDF)
Über die Reihe "Heilpflanzenporträts"
In den Vorträgen ihrer Fachfortbildungsreihe widmet sich die bekannte Berliner Phytotherapeutin und -lehrerin Cornelia Titzmann jeweils einzelnen Heilpflanzen, die sie als umfassende Darstellungen (Monographien) ihrer pharmakologischen Wirkung und heilkundlichen Anwendung, ihrer botanischen Einordnung und speziellen pflanzlichen Merkmale, ihrer Signatur, Geschichte und Mythologie sowie ihrer essenziellen Kernthemen porträtiert.
Dabei kommen sämtliche Aspekte zur Sprache, die eine Pflanze zur einzigartigen Arznei machen, auch im differenziellen Vergleich und in der Kombination mit anderen Pflanzendrogen. Cornelia Titzmann möchte mit ihrer Reihe nicht nur bekannte, sondern auch weniger bekannte Arzneipflanzen vorstellen, die sich in ihrer Praxis schon oft als spezielle Helfer bewährt haben. Diese Pflanzen verdienen mehr Aufmerksamkeit und sollen daher ein bekannteres Gesicht und größeres Gewicht erhalten!
Über die gängigen Nutzungen hinaus können Phytotherapeutinnen und Pflanzenliebhaber so das gesamte Anwendungsspektrum einer Heilpflanze kennenlernen. Homöopath*innen bieten die Vorträge zudem eine Möglichkeit, Arzneipflanzen in ihrer Wirkweise noch besser und tiefer zu verstehen, auch in der Gegenüberstellung von phytotherapeutischer und homöopathischer Wirkung.
1. Begrüßung und Einleitung / Pflanze aus Südamerika / Allgemeines zu exotischen Früchten und Pflanzen (00:00)
2. Boldoblätter / Name der Pflanze / Familie Trommelbaumgewächse / Verwandtschaft Lorbeergewächse (02:50)
3. Botanik / Aussehen: dicke Blätter / Langsames Wachstum (08:53)
4. Geographisches Vorkommen: Warme Trockenzonen / Einfuhr in Europa / längere Bekanntheit in der TCM / Nutzung (Gewürz, Früchte, Getränk) (15:34)
5. Inhaltsstoffe (23:00)
6. Medizinische Anwendung / Magen-Darm: Dyspepsie / Lebermittel / Antiparasitäre Bedeutung / Zum heutigen Umgang mit Parasiten / Allgemeine Wirkweise (28:49)
7. Indikationen / Gallensteine, OP-Nachsorge / Obstipation / Fallbeispiel einer Patientin (35:04)
8. Würmer / Lebererkrankungen: Hepatitis / Fettleber und Leberzirrhose, drohendes Leberversagen / Fallbeispiel einer Leberzirrhose (42:09)
9. Komplementäre Begleitung bei Magen-, Darm-, Pankreas-Ca. / Magen-Darm-Leber-Probleme nach Tropenreisen / Zystitis / Fallbeispiel: Blasenprobleme bei einem älteren Mann (54:02)
10. Rheumatische Schmerzen (61:54)
11. Homöopathie / Bedeutung des Pankreas / Exkurs zu Haronga / Diabetes-Prophylaxe / Tipp zum Umgang mit Süßigkeiten (64:37)
12. Darreichung / Dosierung (73:46)
13. Teilnehmererfahrungen und Fragen / Dosierung bei Kindern mit Wurmbefall (78:44)
Cornelia Titzmann

Seit 1987 Tätigkeit als Heilpraktikerin in eigener Praxis mit den therapeutischen Schwerpunkten Pflanzenheilkunde, Homöopathie und klassischen Naturheilweisen, Lehrtätigkeit an verschiedenen Heilpraktikerschulen und Volkshochschulen, 1994 Mitbegründerin und seither Schulleiterin des IfP (Institut für Phytotherapie) in Berlin, Mutter von drei Kindern.
Nähere Informationen über unsere Autorin Cornelia Titzmann (Webseite): https://www.corneliatitzmann.de
1 MP3-Datei plus Handout-PDF im ZIP-Paket
Schmuck-/CoverbildPeumus boldus Molina © Werner Rom (Quelle: PlantNet.org) (https://identify.plantnet.org/de/k-world-flora/observations/1020790726, Lizenz: CC BY SA) Wir danken dem/der FotografIn herzlich für die Erlaubnis zur Nutzung dieses Bildes!
We thank the photographer very much for the permission to use this picture!
Hersteller
Verlag Homöopathie + Symbol, Martin Bomhardt, Liebigstr. 36, 10247 Berlin, E-Mail: info@homsym.de
Produktabbildung
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Vortragsreihe "Heilpflanzenporträts" an der Samuel-Hahnemann-Schule Berlin, 1. November 2023
Infos über künftige Porträtabende:
Termine zur fortlaufende Reihe hier und auf der Webseite von Cornelia Titzmann
